Ein Memoboard mit Tafelfolie als Speiseplan

Memoboard
Riccardo Düring

Ricc – ich blogge für Euch

Vor geraumer Zeit hatte ich davon erzählt, dass ich mir ein Memoboard gebaut habe. Die Bilder dazu bin ich leider noch schuldig. Aber jetzt beginne ich meinen Schuldenabbau.

Noch mal zur Erinnerung, was die Anregung zu diesem Bau war:

Jeden Donnerstag oder Freitag, findet in hunderten Haushalten dasselbe Schauspiel statt. Die Frau lässt die Familie in der Küche antreten, sitzt wie die Schuldirektorin am Küchentisch, spielt mit einem Stift, hat den Einkaufszettel vor sich und stellt die berüchtigte Frag: „Was wollen wir am Wochenende essen?“ Schweigen im Wald und in der Küche. Ihre Blicke bohren sich in jedes Gehirn der Familienmitglieder und wenn dann die ersten Antworten der Kinder kommen – Schnitzel, was sonst – heißt es nur „Hatten wir erst.“, „Hatten wir erst.“ und nochmal „Hatten wir erst.“ Am Ende brubbelt sie vor sich hin und füllt den Einkaufszettel selber aus. Mein gerne genutzter Spruch „Überrasche mich.“ fand auch keinen besonderen Anklang.

Dieser gefährlichen Situation wollte ich nun ein Ende setzen und hatte die Idee eines Speiseplans. Immer, wenn jemand eine Idee hat, was wir mal wieder essen möchten, wird es an das Board geschrieben. Zum Wochenende kann sich meine Frau was davon raus suchen und wischt es einfach von der Tafel. Einkaufsappell ist somit abgeschafft und alle sind glücklich. Na, fast alle. Mein erster Wunsch steht noch immer an der Tafel. 🙁

Verwendung von Restmaterial

Memoboard mit Tafelfolie

eine alte Rückwand und Tafelfolie

Ich brauche irgendwie immer Platz und so habe ich wieder mal an die Aufarbeitung von Restmaterialien gedacht. Die Basis stellt eine alte Schrankrückwand, die ein paar Millimeter kleiner als die bereits vorhandene Tafelfolie zugeschnitten wird. Der obere Abschluss und die senkrechten Leisten bestehen aus altem Verpackungsmaterial und sogar irgendein Hartholz. Sehr praktisch, da sich dadurch nichts so schnell verziehen kann. Die untere etwas breitere Leiste ist ein Stück alte Holzleiste, welche noch in der Ecke stand. Damit hatte ich eigentlich schon alles.

Zuschnitt und Verbindungsvariante

Über die Verbindung der Leisten habe ich lange nachgedacht. Die untere Leiste war kein Problem, da stand fest, dass ich diese auf das Maß der senkrechten Leisten ausklinke und diese dann einleime. Aber was mache ich oben? Schade, dass ich zu diesem Zeitpunkt das Undercover Jig von Wolfcraft noch nicht hatte. Das Ende vom Lied war eine Frustlösung und die hieß: plan oben aufleimen – fertig. Warum auch nicht, hat ja groß nichts zu halten.

Memoboard mit Tafelfolie

Probeaufbau

Für den Ausschnitt der unteren Leiste habe ich die senkrechten einfach aufgestellt, angezeichnet und ausgeschnitten. Für einen exakten Schnitt eignet sich da die Tischkreissäge. Da eine Kreissäge aber keinen geraden Auslauf hat, muss man natürlich darauf achten, dass die Oberseite der Leiste auch immer oben liegt und der runde Auslauf später nach unten zeigt.

Bei der Länge der Leisten, habe ich mich nach der Rückwand gerichtet und alles eine Leistenbreite größer gestaltet. Somit liegt die Rückwand später rundherum mittig auf dem Rahmen, welcher dazu noch ausgefräst werden muss. Soll ja bündig an der Wand anliegen.

Ausfräsungen

Bei diesem Schritt muss ich mich entschuldigen, da es hier ein kleines Problem gibt.

Momoboard mit Tafelfolie

fertig gefräste Leisten für den Rahmen

Nicht mit den Fräsungen, aber mit den Bildern. Ich weiß nicht, ob ich die vergessen oder sie einfach nicht richtig abgespeichert habe. Jedenfalls sind keine da. Ich denke aber, so dramatisch ist das nicht. Wer eine Oberfräse beziehungsweise einen Frästisch nutzt, weiß sicher, wie er einen Absatz in eine Leiste zaubert. Dieser Absatz sollte etwa 1 mm tiefer sein als die Rückwand und ob es seitlich passt, lässt sich leicht ausprobieren, indem alle Teile zusammengelegt werden.

Die Rille der Kreideablage ist schon etwas schwieriger, da hier ein seitlicher Anschlag nicht reicht. Hierfür sind mit einem Kugelfräser mehrere Fräsungen nötig und die sollten alle gleich lang sein. Es wird daher links und rechts ein Anschlag benötigt. Dazu habe ich zwei Leisten auf der Werkbank fixiert und die Leiste dazwischen hin und her bewegt. Dabei ist Vorsicht geboten! Es lässt sich nicht vermeiden im Gleichlauf zu fräsen, also immer schön vorsichtig und Leiste richtig festhalten.

Rahmen verleimen

Nachdem alles nochmal ordentlich geschliffen wurde, konnte es schon ans Verleimen gehen. Als erstes werden die Seitenleisten in die Ausschnitte der unteren Leiste geleimt. Wurden die Ausschnitte sauber ausgeführt, sollte das kein Problem und alles gerade sein. Zur Kontrolle aber den unteren und oberen Abstand der Leisten messen und notfalls korrigieren.

Wird die obere Leiste auf das Board geleimt, sollte die Rückwand zur Ausrichtung genutzt werden. Wichtig ist dabei etwas zwischen den Rahmen und der Rückwand zu legen, damit austretender Leim nicht beides zusammen kleben lässt. Wäre ein dummer Fehler. 🙂

Tafelfolie aufbringen

Folie blasenfrei aufzubringen ist gar nicht so schwer. Nur möchte ich heute nicht weiter darauf eingehen, da dazu (irgendwann) noch eine ausführliche Anleitung folgt.

Memoboard mit Tafelfolie

aufbringen der Tafelfolie

Ist die Folie nur etwas größer als der Untergrund, muss natürlich auf eine exakte Ausrichtung geachtet werden. Dazu wird die Klebefolie (noch mit Schutzfolie) exakt auf dem Untergrund ausgerichtet und auf einer Seite mit Gewichten fixiert. Nun kann die Folie auf der anderen Seite wieder angehoben (aufpassen, dass die fixierte Seite nicht verrutscht) und die Schutzfolie in einer Breite von ein paar Zentimetern gelöst werden. Die Schutzfolie wird dabei umgeschlagen und sauber gefalzt, damit sie nicht hoch steht und die Klebefolie anhebt. Nun wird von der fixierten Seite aus die Klebefolie wieder flach auf den Untergrund gedrückt und zur losen Seite hin plan ausgelegt. Erst am letzten Stück kommt dann der Streifen Klebefolie an dem die Schutzfolie bereits entfernt wurde und dieser Streifen kann nun aufgeklebt werden. Damit sollte die Klebefolie wieder komplett plan aufliegen und exakt ausgerichtet sein. Nun können die Gewichte runter und die Schutzfolie weiter entfernt werden. Immer schön langsam und dabei mit der anderen Hand die Folie über die gesamte Breite sanft andrücken. Wichtig, die Folie nie ziehen! Beim Ankleben nur sachte schieben. Die Tafelfolie ist zwar sehr stabil, andere aber weicher und dehnbar. Wird die Folie gespannt, kann sie sich verformen und dadurch Blasen oder Falten werfen. Alles klar? Wenn nicht, eine exakte Anleitung mit deutlichen Bildern folgt noch.

Überstehende Folie wird später mit einem Cuttermesser an der Kante entlang abgeschnitten und die Rückwand in den Rahmen gesetzt. Kleine Nägel oder Schrauben reichen zur Befestigung

Hier mein fertiges Memoboard. Zwei Ösen zum Aufhängen bekommt Ihr sicher auch ohne Anleitung hin. Unser Memoboard wird schon fleißig genutzt und auch die ganz Kleine (4) lässt es sich nicht nehmen, ihr Wunschessen aufzuschreiben.

Wer etwas ähnliches gebaut hat, kann mir gerne Bilder schicken, ich füge sie dann ein.