Hornbach-Europatour, Tag 4: Back in Black

hornbach_europatour_tag4_teaser

Europatour-Timeline: Donnerstag 27/6 – Freitag 28/6 – Samstag 29/6 – Sonntag 30/6

Holzfäller, Spione und Castingshow-Sternchen

Dieser Bericht setzt bereits am Samstagnachmittag ein, an dem wir von Prag direkt nach Berlin weiterfuhren. Gefühlsmäßig brach aber schon jetzt die vierte und letzte Etappe unserer Tour durch Europa an. Berlin war unser Startpunkt und es sollte auch die letzte Station der Reise sein. Der Kreis schließt sich.

Die Fahrtzeit verbrachten die meisten Hornbach-Helden mit Power-Napping und die Pausen mit dem Erwerb kostengünstiger, aber nützlicher Souvenirs für die Daheimgebliebenen: Zigaretten und Schnaps.

Bei unserer Ankunft am Hornbach-Markt Neukölln, den wir ja bereits vom ersten Tag unserer Reise kannten, wurden wir von Olli und seinem Team mit dem Abendessen begrüßt. Es gab natürlich wieder Fleisch in allen Variationen, diesmal direkt vom Grill. Zum ersten Mal während der ganzen Tour war das Wetter an diesem Abend regnerisch und windig, was uns schnell dazu bewog, die Biergarnituren ins Innere des Heimwerker-Palastes zu verlegen, der für die kommende Übernachtung angenehm vortemperiert worden war.

Nach dem Essen und den ersten flüssigen Erfrischungen begann der Bettenbau für ein weiteres exklusives Event der Tour: Unsere Nacht im Baumarkt! Wer kann schon von sich behaupten, das mal erlebt zu haben. Noch dazu im Hornbach-Luxusressort, das sich zur „Konkurrenz“ in etwa so verhält, wie eine Tropeninsel zum Tropical Island oder das Adlon zu Center Parks. Die Helden suchten sich ihre Lieblingsecken im Markt, Ben postierte sein Feldbett beim Zuschnitt in direkter Nachbarschaft der Kreissäge, Sven besetzte einen Beratungschalter, ich und einige andere hatten die gepolsterten Möbel in der Gartenabteilung entdeckt und zogen sie der harten Klappliege vor.

Omma und Holzfäller-Model

Omma Willma will nicht alleine schlafen.

Nachdem die Vorbereitungen erledigt waren, hatten die Helden Zeit, sich in der neuen Umgebung zu akklimatisieren. Was passiert, wenn man einen Haufen Do-it-Yourself-Enthusiasten und Werkzeug-Fanatiker im Paradies aussetzt, konnte man an diesem Abend beobachten. Ich weiß gar nicht, ob der LiveStream es noch eingefangen hat, aber Kamera hin oder her: Die Helden fühlten sich in ihrem Biotop sichtlich wohl. Ben und Sven legten Schutzkleidung an (Bauhelme und Warnwesten), motzten zwei Hubwagen auf, die fahrlässigerweise in den Gängen herumstanden, und lieferten sich ein Rennen durch die Regalschluchten. Linda hatte sich derweil bereits mit einem der markteigenen Holzfäller-Models auf ihre Alupritsche zurückgezogen. Der Rest der Truppe hatte noch nicht genug von der gestrigen Hornbach-Olympiade und organisierte einen Hobel-Wettkampf, bei dem es darauf ankam, wer beim Hobeln den Längsten hat. (Pardon!)

Wie ich bereits mehrfach erwähnte, passieren schlimme Dinge, sobald man mich mit scharfen Gegenständen zusammenbringt. Aber ich konnte nicht widerstehen, ich finde Holz sehr spanend. (Entschuldigung!) Ich dachte: Was soll schon passieren? Wenn ich den Hobel mit beiden Händen festhalte, kann ich mir ja schlecht in selbige schneiden!, und hobelte fröhlich drauflos. Wie sich beim dritten Anlauf, den 63-Zentimeter-Span von Profi Kurt zu überbieten, herausstellte, hatte ich die Rechnung ohne das Brett gemacht. Selbiges entschloss sich, einen Splitter abzuspreizen, der genau auf einer Linie mit dem Daumennagel meiner linken Hand lag. Beim dritten, herzhaft ausgeführten Streich, schob sich nun dieser Splitter bis zum Nagelbett unter besagten Daumennagel, was ich mit einem etwas gepresst klingenden „War ja klar!“ quittierte. Das Ding steckte ziemlich fest, ließ sich Gott sei Dank rückstandslos wieder herausziehen. Trotzdem tauschte ich den Hobel im Anschluss gegen eine Flasche. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

Nach einigen weiteren Episoden auf unserem Abenteuerspielplatz standen die Helden noch lange mit dem Team bei Bierchen und hochprozentigen Reise-Souvenirs zusammen: Obstler aus Österreich, Jägermeister aus Tschechien. Gemeinsam ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren und zogen eine erste Bilanz. Wie so häufig, wenn man eine wirklich gute Zeit verbringt, ging alles viel zu schnell vorbei. Bei der Abnahme des aktuellen „Best-of-Zusammenschnitts“ am Wohnwagen im Hof des Marktes – mittlerweile ein allabendliches Ritual – waren die meisten deshalb schon ein kleines bisschen nostalgisch. Folgendes, letztes “Best-of” haben wir leider nicht mehr zusammen anschauen können:

YouTube Preview Image

Doch was war das? Ein schepperndes Geräusch schallte durch die Baustoffabteilung. Das Team sah sich fragend an und anschließend in die Runde. Nach schnellem Durchzählen war klar: Von uns war das keiner! Hektische Betriebsamkeit unter den Organisatoren, verunsicherte Tour-Gewinner. Nach geflüsterten Anweisungen entschieden wir uns, in Kleingruppen auf die Suche nach der Herkunft des Geräusches zu gehen. Draußen im Hof gab es nur noch eine schwache Restbeleuchtung, langsam schlichen wir zwischen Dachpfannen und Klinkern hindurch. Schon nach wenigen Minuten hallten schnelle Schritte durch den Hof, dann Rufe, jemand nahm die Verfolgung auf. Als unsere Gruppe am Ende einer Regalreihe um die Ecke bog, sahen wir ein paar von den anderen in der Ecke des eingezäunten Hofes über eine beladene Europalette klettern. Kurz darauf kamen sie, den zappelnden Übeltäter an den Armen haltend, wieder hervor. Das Männchen war sichtlich verängstigt, mit so viel Betrieb hatte es um diese Zeit nicht gerechnet. Das mag daran liegen, dass Biber-Baumärkte keine Europatouren veranstalten, denn von eben jenem Baumarkt trug der Ganove einen Overall. Der hinterhältige Lump war ein Spion! Nachdem wir die bemitleidenswerte Gestalt mit tatkräftiger Unterstützung unseres Tour-Sheriffs Sven ins Innere des Marktes verfrachtet und befragt hatten, regte sich schließlich doch unser großes Heimwerker-Herz und wir beschlossen ihn ziehen zu lassen.

Ben an der Säge

Sanft mit Nebelhorn geweckt: Ben an der Säge

Nach vielen weiteren Kaltgetränken, geteilten Erinnerungen und gespannten Erwartungen an den folgenden Tag krochen die Helden und die Crew nacheinander in ihre Kojen. Einige von uns mussten sich noch einmal aufraffen, um die im Markt herumstehenden Fernseher zum Schweigen zu bringen, die auch Nachts über Parkettböden, Fugensand und Teichpumpen berieten (Der Gerät schläft nie!). Für mich galt das nicht: Ich habe auf meiner Garten-Couch unter einem Pavillion bei leisem Plätschern der benachbarten Aquarien hervorragend geschlafen. – Kein Wunder nach den vergangenen Nächten auf der tschechischen Buckelpiste.

Sonntagmorgen standen vor dem Tourbus bereits wieder die Liegestühle bereit, wo wir abwechselnd darauf warteten, dass ein Platz im Dusch-Container frei wurde, um dann gemeinsam im Baumarkt zu frühstücken. Geschniegelt und gebügelt ging es auf Stadtrundfahrt, deren letzte Station das berühmte „Curry36“ war, wo Tourbus und fast die gesamte Crew gemeinsam eintrafen. – „Fünfundzwanzig Currywurstpommesmayo, bitte!“

Boss oder Hoss

Echte Berliner Currywurst mit echten Berliner Castingshow-Sternchen!

Während wir kauend in der Gegend herumstanden und uns unterhielten, kamen zwei lässige Typen mit Sonnenbrillen aus der S-Bahn Station hinterm Curry36 und gesellten sich zu uns. Ich muss gestehen, dass ich zwar dachte die zwei schon mal gesehen zu haben. Auch schloss ich aus dem Verhalten der anderen, dass sie wahrscheinlich irgendwie prominent sein müssen, aber ich musste nachfragen: „The BossHoss, Mann!“ Ach ja, die Typen von „The Voice of Germany“, jetzt fällts mir wieder ein! Es bleibt einem beim Zappen auch nichts erspart. Pflichtbewusst habe ich mich dann auch gleich noch mit einem von den beiden fotografieren lassen. War es Boss? Keine Ahnung, auf das Autogramm hab’ ich verzichtet, weil ich niemanden kenne, der „The BossHoss“ hört, außer zufällig mal im Radio.

Mit einer der besten Currywürste Berlins in Gesellschaft einer Berliner-Band aus dem Fernsehen endete schließlich unsere fantastische Tour durch Europa. Die zehn Hornbach-Helden und die Tour-Crew hatten vier unvergessliche Tage hinter sich und wir hatten gemeinsam viel erlebt und neue Freunde gewonnen. Nach den BossHoss-Würstchen, als der mittlerweile so vertraute Nightliner vorm Berliner-Hauptbahnhof hielt, waren wir alle zwar müde, aber auch traurig, dass es schon vorbei war. Herzlich und in der Hoffnung uns alle mal wiederzusehen, nahmen wir Abschied.

Linda, alias „Omma Willma“, die ich bereits auf der Hinfahrt kennengelernt hatte, leistete mir auch auf der Rückfahrt wieder Gesellschaft. Um zwei Uhr am Montagmorgen lag ich dann endlich im Bett. 91 Stunden nach meiner Abreise am Donnerstag, von denen ich so um die acht oder neun Stunden geschlafen hatte. Dass uns die Hornbach-Europatour trotzdem bis zum Schluss begeisterte, zeigt wie geil die Tour wirklich war!

Gruppenfoto

Die Europatour-Familie im Hornbach Berlin-Neukölln

Meinen herzlichen Dank dafür verdienen meine Mit-Helden und Tour-Gewinner Ben, Kurt, Uwe, Linda, Katharina, Sven, Sven, Karsten und Dirk; die Mannschaft von Rheinschliff & Consorten Bernd, Kai, Björn, Olli, Cinzia, Sandra (und einige mehr); die Kameracrew von Framebuilder aus Gladbach, aka „Men in Black“; Silvio von blustop HD-Livestreaming; unsere Fahrer Wolfgang und Rainer und last but not least, unsere großartigen Gastgeber, immer gut gelaunt und unfassbar stressresistent: Nicole und Bastian von Hornbach. Euch allen und allen, die ich sträflicherweise vergessen habe, noch einmal vielen, vielen Dank für eine unvergessliche Tour. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder!

Pin It

2 Gedanken zu „Hornbach-Europatour, Tag 4: Back in Black

Kommentare sind geschlossen.