Hornbach-Europatour, Tag 2: Wien (Teil 2)

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Europatour-Timeline: Donnerstag 27/6 – Freitag 28/6 – Samstag 29/6 – Sonntag 30/6

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Men in black in Wiener Restaurant: Unsere Kameramänner blitzdingsen jeden, der zuviel weiß.

Nach einer langen Nacht mit wenig Schlaf auf der tschechischen Autobahn, starteten wir frisch geduscht und nach einem guten Frühstück im Hotel die Stadtrundfahrt in Wien. Mit einer gehörigen Portion des berühmten Wiener Charmes brachte uns unsere Stadtführerin Hofburg, Prater und Stephansdom näher. Einen groben Überblick verschafften wir uns vom Bus aus, bevor es schließlich zu Fuß weiterging. Die Hornbach-Karawane in Begleitung zweier Live-Kameras erregte in der Wiener Innenstadt ordentlich aufsehen, bis wir uns am frühen Nachmittag zum Mittagessen in ein rustikales Restaurant in der Nähe der Hofburg zurückzogen.

Aber kommen wir zum interessanten Teil unseres Wien-Aufenthaltes. Nach Schnitzel und Bier ging es gutgelaunt zum Hornbach-Markt Wien-Gerasdorf, wo Tour-Crew und Marktleitung schon unser dubioses „Sportprogramm“ vorbereitet hatten. Bereits bei unserer Ankuft auf dem Parkplatz wurde wild gemutmaßt, was da auf uns zukommt.

Vorher stand noch ein Blick hinter die Kulissen des lokalen Do-it-yourself-Schlaraffenlandes an. Heimwerker-Machos aufgepasst: Wien-Gerasdorf wird von einer Frau regiert! Die sympathische Marktleiterin erklärte uns kompetent und kurzweilig, wie sie mit ihrem „Baby“ sechs Tage in der Woche tausende DIY-Helden und gestandene Profi-Handwerker glücklich macht und stand uns auch den Rest des Tages im kleinen Kreis Rede und Antwort. – Und der Tag sollte noch lang werden!

Nachdem wir nun wussten, warum wir beim Betreten eines Yippie-Ja-Ja-Himmels immer glasige Augen bekommen, war Action angesagt. Während der Caterer draußen schon mit dem Aufbau des Abend-Buffets beschäftigt war, wurde uns erklärt, wie wir uns den Schmaus zu verdienen hatten. Wie schon im Vorfeld vermutet, stand eine Heimwerker-Olympiade aus mehreren Disziplinen an. Zwei Teams zu je fünf Hornbach-Tour-Helden sollten dabei gegeneinander antreten.

Spiel 1: Rasenmäher-Rennen
Die erste Disziplin hatten wir bei der Ankunft schon richtig erraten: Rasenmäherrennen! Heimwerker-Motorsport der Extraklasse war angesagt. Jedes Team konnte einen Piloten auswählen. Team 1, mein Team, ging mit Linda (genannt „Omma“) an den Start, Team 2 setzte Kurt auf den Rennhobel. Wie wir uns im Team 1 schon dachten, kommt es bei diesem Spiel natürlich in erster Line auf Gewichtsersparnis an und die Rechnung ging auf: Unsere Zwergen-„Omma“ hat den weniger grazilen Kurt deutlich hinter sich lassen können. Eins zu Null für „Team Omma“.

Spiel 2: Schubkarren-Slalom
Spiel zwei fand ebenfalls auf der Rennpiste statt, dieses Mal waren alle zehn Hornbach-Helden involviert: Die fünf Mitglieder der Teams mussten in einer Art Staffel-Lauf hintereinander die Karre durch den Slalom-Parcours schieben, die kürzere Gesamtzeit bedeutete den Sieg in dieser Disziplin.  Natürlich ware die Karre dabei nicht leer, die männlichen Athleten hatten drei 50-Liter-Säcke Blumenerde, die DIY-Damen einen Sack zu transportieren. Die Teams lieferten sich bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aus dem „Team Kurt“ schließlich als knapper Sieger hervorging. Die Matchwinner waren ganz klar Polizist Sven, der seine läuferische Erfahrung aus der Gaunerjagd gnadenlos auf den Asphalt brachte und unser Heimwerker-Methusalem Kurt, der mangelnde Jugend mit Ehrgeiz und Biss mehr als wettmachte.

Hier hatte ich mich schon von eins, zwei Fingern verabschiedet...

Hier hatte ich mich schon von eins, zwei Fingern verabschiedet…

Spiel 3: Kantholz-Cutting
Wie ich im ersten Post zur Europatour bereits kurz erwähnte, habe ich ein manisch-masochistisches Verhältnis zu scharfen Werkzeugen: Ich weiß, ich werde mir wehtun, aber ich kann es nicht lassen! Aufgabe war es innerhalb von 5 Minuten möglichst viele 25-Zentimeter lange Kantholz-Stücke zu produzieren. Hilfsmittel: ein Klapp-Bock und ein Fuchsschwanz.
Wieder nutzten die Teams die Sekunden vor dem Start zu taktischen Beratungen: „Team Omma“ maß das erste Kantholz mit Hilfe einer Zigarettenschachtel, die (angeblich) genau acht Zentimeter hoch sein soll (ich weiß immer noch nicht, ob das stimmt). Also drei Schachtellängen plus einen Zentimeter. „Team Kurt“ profitierte erneut von Svens Polizei-Erfahrung: Ohne das wir davon etwas mitbekamen, maßen sie das Holz anhand der Sperr-Streifen (heißen die so?) auf dem Asphalt des Parkplatzes. Laut StVO sind diese schraffierten Markierungen nämlich exakt 25 Zentimeter breit. Dass wir uns in Österreich befanden, hatte das Team offenbar vergessen, aber wie sich herausstellte galt diese Regelung auch hier.
Kaum hatten wir uns beraten, startete Reiseleiter Bernd mit dem Nebelhorn das Spiel und wir legten los. Schon zu Beginn ging „Team Kurt“ fast uneinholbar in Führung, weil unsere Säge nicht ordentlich gleiten wollte. Immer wieder verhakte sich der Fuchsschwanz und „Team Kurt“ gewann mit 16 zu 10 Kanthölzern. Spielstand: „Team Omma“: 1, „Team Kurt“: 2.

Spiel 4: Hornbach-Hatz
Das vierte Spiel war also schon der erste Matchpoint für „Team Kurt“. Sollten unsere Kontrahenten diese Runde für sich entscheiden war die Olympiade entschieden. Wir sollten mit zwei überdimensionierten Rollwagen und einer Liste bewaffnet in den Markt fahren und binnen 15 Minuten mit allen notierten Produkten wieder herausrollen. Das Thema war „Laminat“, aber außer dem nötigen Material waren auch noch einige Werkzeuge und Schutzkleidung, wie Knieschoner, auf der Liste – wir mussten also kreuz und quer durch die Halle flitzen.
Zu unserem Leidwesen kannten wir mittlerweile Kurts Vergangenheit. Der DIY-Silberrücken war nicht nur gelernter Schreiner, sondern hatte auch noch jahrelang Baumarkt-Einrichtungen geplant. Wie gut er sich auskannte, hatten wir bereits bei der Führung im Markt bemerkt. Wir waren sicher, dass Kurt ein fallendes Werkzeug am Geräusch erkennen und in etwa folgendermaßen kommentieren würde: „In Gang 17 liegt ’ne Stichsäge. Was hat die in der Aquaristik verloren?“.
Unsere Gegner war schon siegessicher. Diese Schwäche mussten wir ausnutzen.

Unser Quoten-Zwerg

Die Dinger sollte Hornbach serienmäßig einführen.

Die Spielregeln besagten, dass der beladene Wagen nach 15 Minuten draußen stehen musste, was im Markt passierte war egal. Also entschieden wir, die Liste an strategischer Stelle zu teilen und in mehreren Gruppen auf die Jagd zu gehen. Schnell hat „Team Kurt“ diesen Schachzug erkannt und kopiert, es war nicht sicher ob der erkämpfte Vorsprung reichen würde, um Kurts Erfahrung auszugleichen und „Team Omma“ noch zum Sieg zu führen. Wenige Sekunden vor dem Ablauf der Zeit kamen beide Wagen vor dem Markt zum stehen. Schon im Markt war klar, dass es eng werden würde. Beiden Teams fehlte eine Alu-Schiene. Am Ende mussten wir noch einmal zittern, weil Kurt als Nachzügler mit einer solchen Schiene aus dem Markt gestürmt kam, allerdings einige Sekunden zu spät und wie sich herausstellen sollte, hatte er das Ding in der falschen Länge erwischt. Es ging ans Auszählen.
Quälende Minuten verstrichen, während die Marktleiterin persönlich mit einem Strichcode-Scanner die Ware überprüfte. Dann der Jubel: „Team Kurt“ hatte die Trittschalldämmung in der falschen Farbe erwischt. Bis Dato hatte mich die Farbe einer Trittschalldämmung in etwa so sehr interessiert, wie die Frage, was Angela Merkel drunter trägt; an diesem denkwürdigen Abend in Wien, bedeutete sie Alles! Spielstand: 2:2 – Das letzte Spiel wurde zur entscheidenen Schlacht!

Spiel 5: Einkauf-Evaluation
Unser Puls war kaum gesunken, da hieß es schon kühlen Kopf bewahren. Auch Spiel fünf war uns bei unserer Ankunft schon aufgefallen. Ein mit Heimwerker-Bedarf beladener Rollwagen stand wie zufällig neben den Bierbänken am Buffet, das nun schon auf uns wartete. Hinterlistig! Aber so verlockend das duftete: Die Helden hatten zu diesem Zeitpunkt keine Nasen dafür.
Bernd lies uns keine Zeit zum durchatmen, die Aufgabe war es, binnen zwei Minuten, den Wert der zehn Gegenstände möglichst genau zu schätzen. Natürlich ahnten wir schon bei unserer Ankunft, worum es bei dem Spiel gehen würde und wir hatten die Zeit während der Führung im Markt dazu genutzt, möglichst viele Produkte zu erspähen und deren Preis zu memorieren.
Auf die Sekunde genau gaben beide Teams ihren Tipp ab. Die Schätzungen lagen gefährlich nahe beieinander: „Team Omma“ kam auf 156,70 Euro, Kurt und Konsorten auf 147. Bernd las die Tipps vor, Sekunden wurden zu Minuten, ich glaubte kurz von irgendwo die DSDS-Melodie zu hören. „Der richtige Preis ist 189…“ und ein paar Zerquetschte, wen interessiert’s, der Centbetrag ging schon im Jubel unter: „Team Omma“ hatte gesiegt! Rum und Ehre, vergoldete Büsten und Briefmarken-Sondereditionen den glorreichen Siegern!

Nachdem wir als haarscharfe Gewinner der Hornbach-Olympiade feststanden, gab es für Kurt noch eine kleine Entschädigung. Für herausragende Leistung und lebenslange Verdienste am Welt-Heimwerkertum erhielt er den ersten Hornbach-Hammer, der je das Licht der Welt erblickte. Panzerstahl, Baby! Das Ding war noch warm vom Schmieden und alle waren neidisch, aber auch überzeugt, dass das gute Stück bei Kurt in den richtigen Händen liegt. Wir waren uns einig: Er hat sich das Schmuckstück redlich verdient.

Nach spannendem Wettstreit führten die rührende Geste und das üppige Buffet nebst Kaltgetränken schnell dazu, dass wir uns alle wieder lieb hatten. Ein ereignisreicher Tag ging über in einen wunderbaren Abend vor den Toren des Hornbach-Marktes Wien-Gerasdorf. Es wurde reichlich gespeist und noch mehr getrunken. Bis tief in die Nacht wurde an Feuerkörben stehend mit der gesamten Tour-Crew und der Baumarktleitung gefachsimpelt, bis alle müde und gespannt auf den nächsten Tag in die fahrenden Kojen krochen. – Get your motor runnin‘, head out on the highway! Prag, wir kommen!

Vielleicht habt ihr die Action im Livestream hautnah erlebt, falls nicht, könnt ihr hier den Zusammenschnitt sehen: Sechs Minuten echte Gefühle!

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Ihr denkt, lustiger wird’s nicht? Abwarten! Was am dritten Tag unseres Abenteuer-Urlaubes passierte – schmutzige Details, intime Insider-Infos, Schweiß, Blut und Tränen – erfahrt ihr morgen. – Dran bleiben!

Ein Gedanke zu „Hornbach-Europatour, Tag 2: Wien (Teil 2)

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