Hornbach-Europatour, Tag 3: Prag

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Europatour-Timeline: Donnerstag 27/6 – Freitag 28/6 – Samstag 29/6 – Sonntag 30/6

11 Helden unterm Hradschin

Bootsfahrt auf der Moldau

Konfuzius sagt: Bildung ist Nahrung für den Geist, aber sieben Bier sind auch eine Mahlzeit!

Tag drei der Hornbach-Europatour begann am frühen Samstagmorgen in Prag, vier bis fünf Stunden nachdem wir den mattschwarzen Nightliner in Wien-Gerasdorf bestiegen hatten. Wieder eine Nacht mit wenig Schlaf, aber ich kannte die ‚Autobahn‘ zwischen Wien und Prag ja schon von der Hinfahrt und konnte besser schlafen als in der Nacht zuvor, als wir in Gegenrichtung von Berlin nach Wien unterwegs waren.

Am Hornbach-Markt in der tschechischen Hauptstadt stand ein Container zum Duschen bereit und wir wurden mit einem Buffet vom Hotel InterContinental fürstlich begrüßt. Hier fiel mir auf, dass die Tour nichts für Vegetarier gewesen wäre. Es gab Wurst und Gulasch in Berlin, beim Frühstück in Wien war auch mehr Wurst als Käse auf dem Buffet und im „Zottl“ an der Wiener-Hofburg gab es ebenfalls fast ausschließlich Fleischgerichte. Jede Menge Protein für die reisenden Heimwerker. Genau so mag ich das!

Beim Aufbruch zur Stadtführung fing Reiseleiter Bernd uns vorm Bus ab, wo zwischenzeitlich eine Art Paravent aus rotem Samt aufgebaut worden war. Der stand noch nicht da, als ich duschen war, dachte ich und linste dahinter: Elvis-Perücke und jede Menge andere Staffagen für den kapitalen Lachmuskel-Krampf, der folgen sollte. Mr. Tomm hieß der musiklisch versierte Barde und hatte neben Elvis auch Tina Turner, Joe Cocker, die Blues-Brothers und Karel Gott im Repertoire (um nur eine kleine Auswahl zu nennen). Eine dieser Darbietungen sollte später noch durch eine kleine Zugabe gekrönt werden. Aber eins nach dem anderen. – Mr. Tomm war jedenfalls genau das Richtige, um die Hornbach-Helden nach zwei kurzen Nächten hintereinander wieder auf Touren zu bringen. Die Architekten des Road-Trips hatten wieder alles richtig gemacht.

Prager Burg

Die Helden auf der Prager Burg.

Unser Guide Helena klang dem Namen nach zwar eher nach Akropolis, führte uns dann aber doch auf die Prager Burg, die größte geschlossene Burganlage der Welt und seit jeher Sitz des tschechischen Staatsoberhauptes. Der Berg Hradschin, auf dem sie liegt, gewährt einen wunderbaren Blick über die Stadt an der Moldau. Ebenfalls gut zu sehen ist die geschichtsträchtige Deutsche Botschaft, wo 1989 tausende DDR-Bürger wochenlang im Freien und bei schlechtem Wetter ausharrten, bis der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher am 30. September vom Balkon das Palais aus verkündete, dass die Flüchtlinge nach Westdeutschland ausreisen dürften. Der bald darauf folgende Mauerfall, machte das Palais Lobkowitz dann endgültig zu einem Symbol für Durchhaltewillen und menschlichen Freiheitsdrang.

Dann war da noch der Veitsdom, die größte Kirche Tschechiens, die mitten in der Burganlage steht, aber wir sind hier nicht bei Arte, deshalb spule ich an dieser Stelle mal ein Stückchen vor: Bötchen fahren! Unsere schnittige 18-Tonnen-Rennschachtel brachte uns vom Alibi-Kulturprogramm zur schwimmenden Partyinsel, auf der wir auch gleich gediegen mit Becherowka empfangen wurden. Die zehn Helden pflanzten sich mit Budweiser (dem echten, nicht der Ami-Plörre) aufs Oberdeck, die Crew ebenfalls, blieb allerdings (noch) abstinent.

Der Zufall wollte es, dass ich zwischenzeitlich als einziger Tour-Gewinner mit mehreren Crew-Mitgliedern an einem Tisch saß, als einer von ihnen leise in die Runde flüsterte „Wenn dann gleich Herr Gott kommt…“ – „Karel Gott?“ unterbrach ich leise-maliziös und der Tollpatsch sah kurz aus wie ein Reh im Scheinwerferlicht: „André, verrat das bloß nicht!“. (André grinst.) Horst (Name von der Redaktion geändert) setzt zu gedämpftem Wehklagen an, etc. pp… Ich kann ja fies sein manchmal. – Natürlich behielt ich die Info für mich, rückblickend hätte ich Schweigegeld in Form eines Hornbach-Hammers verlangen sollen, wie Kurt ihn am Abend zuvor bekommen hatte, aber solch linke Nummern sind natürlich unter der Würde eines jeden wahren Hornbach-Helden. Wenn wir was wollen, dann bauen wir es selbst.

Etwa 20 Minuten später kam er dann tatsächlich, der echte und einzige Karel Gott, „goldene Stimme aus Prag“ und seit über einem halben Jahrhundert im Geschäft, längst Superstar und Volksheld seiner Heimat Tschechien. – 11 Helden auf einem Schiff, wann hat man das schon mal? – Wie beliebt Karel Gott in Tschechien tatsächlich ist, ging mir auf, als unsere junge Stadtführerin Helena davon erzählte, dass ihre beste Freundin immer schon ein kleines bisschen in ihn verliebt sei und er locker Staatspräsident werden könne, wenn er denn zur Wahl anträte. – Präsident und junge Frauen…? Ein Hauch italienische Lebensart mitten in Osteuropa. Toll!

Hornbach-Heldin Katharina wäre, so schien es, auch nicht abgeneigt. Aber seht selbst…

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Redakteur André mit Karel Gott

Ist tasächlich so sympathisch wie im Fernsehen: Karel Gott.

Gemeinsam mit Karel ging es unter Deck ans Buffet (Fleisch wohin man sah!), wo wir alle Gelegenheit hatten mit unserem Stargast zu plaudern und Erinnerungsfotos zu machen.

Zum Abschluss signierte Karel massenweise Best-of-CDs seiner langen Karriere, womit sich mein Souvenir-Problem halbierte: Mama bekommt eine CD („Für Karola von Karel“ – Wie schön!) und mein Vater den verdammten (!) Hornbach-Hammer aus Panzerstahl, aber ich hatte meine Gelegenheit ja verpasst! Abwarten, es blieb ja noch ein bisschen Zeit.

Die letzte Amtshandlung für Karel Gott als Kapitän des Hornbach-Tour-Dampfers war es, eine Flaschenpost in die Moldau zu werfen. Neben handgeschriebenen Grüßen aller Teilnehmer enthielt die mit Tour-Logo versehene Flasche einen Hornbach-Gewinngutschein auf deutsch und tschechisch. Was der glückliche Finder gewinnen kann, blieb noch geheim, aber ich bin sicher, Bastian wird uns Gewinner und Gewinn bald bei Facebook vorstellen können. (Wahrscheinlich ein Hornbach-Hammer?! – Wehe Dir, Horst …ähh Basti, wenn ich leer ausgehe! 😉 )

Nach herzlichem Abschied von Helena und unserem Überraschungsgast ging es am Nachmittag im Nightliner weiter Richtung Berlin-Neukölln, unserem Startpunkt und Quartier für die kommende Nacht.

Welch finstrer Gesell dort nächtens auf die Helden lauerte, das erfahrt ihr morgen.

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