Mein Kühlschrankkompressor braucht mehr Speicher

Kühlschrankkompressor erweitern
Riccardo Düring

Ricc – ich blogge für Euch

Vor geraumer Zeit habe ich mir einen Kompressor aus Kühlschrankverdichtern gebaut. Der Grund ist recht einfach – ich benötige keine Unmengen an Luft, arbeite aber auch nachts in meiner Werkstatt. Daher muss mein Kompressor leise sein. Klar, es hat mich auch tierisch gereizt, so ein etwas ungewöhnliches Projekt umzusetzen. Falls Interesse besteht, kann ich diesen Bau gerne einmal etwas intensiver beleuchten und Tipps dazu geben. Ich bin jedenfalls von meinem Kühlschrankkompressor begeistert, nachteilig ist jedoch die ziemlich geringe Luftleistung. Der Maximaldruck ist kein Problem, da die kleinen und leisen Teile bis zu 16 bar und mehr schaffen sollen. Meine sind jedoch auf 8 bar begrenzt und das ist völlig ausreichend. Bei größeren Luftmengen ist der kleine Kessel jedoch recht schnell leer und die Kühlschrankkompressoren sind nicht schnell genug, neue zu produzieren. Es musste also ein größerer oder weiterer Kessel her.

Kühlschrankkompressor

mein bestehender Kühlschrankkompressor und der neue Druckspeicher

Bei einem großen Internetauktionshaus hatte ich Glück und ersteigerte für etwa 11 € einen (angeblichen) gebrauchten Kessel ohne Zubehör und Anbauteile. Geliefert wurde dann ein fast komplettes Kompressorsystem. Entfernt wurden nur der Kompressor und die Räder. Ansonsten waren alle Anbauteile, wie Druckschalter, Überdruckventil und zwei Anschlüssen, noch verbaut. Insgesamt sah alles sehr neu aus und war nicht einmal verstaubt. Offensichtlich werden die Geräte nicht mehr repariert – Kompressor abbauen, Leitungen abknipsen und den Rest verkaufen. Selbst der Abbau der Technik ist zu aufwändig. Mir soll es recht sein und ich konnte einiges nutzen. 🙂

Planung und Probeaufbauten zum Kühlschrankkompressor

Da mein Platz begrenzt ist, musste ich intensiv planen und probieren. Der Kompressor soll später in einer Ecke zwischen zwei Schränken stehen, die bisher nicht genutzt werden kann, da ich keinen „echten“ Eckschrank gebaut habe. Zur Verfügung steht eine Grundfläche von 55 x 30 cm und eine Höhe von 82 cm. Nicht viel und zusätzlich muss auch die Möglichkeit bestehen, angesammeltes Kondenswasser abzulassen. Die Kühlschrankkompressoren sollen später ganz oben sitzen, sodass ich nur die Arbeitsplatte von der Werkbank nehmen muss, um diese notfalls zu erreichen.

Damit sich das Kondenswasser leichter aus beiden Kesseln sammeln kann, habe ich beschlossen, diese senkrecht aufzustellen und unten zu verbinden. Siehe Bild und angedeutete Kupferrohrverbindung. So verteilt sich einerseits der Druck auf beide Kessel und ich benötige nur einen Hahn, um Kondenswasser aus beiden Kesseln zu lassen. Clever von mir. 🙂

Zusammenbau und immer wieder testen

Stück für Stück habe ich die alten Anschlüsse entfernt, unnötige wieder verschlossen und benötigte eingehanft. Vorsichtshalber habe ich nach diesen Etappen immer mal eine Druckprüfung gemacht. Der alte Kompressor blieb anfänglich ja noch betriebsbereit und ich musste nur den Anschlussschlauch umsetzen.

Zwischenzeitlich kam mir der Gedanke, beide Kessel direkt hintereinander zu positionieren und an anderer Stelle unterzubringen. Hätte mir vermutlich Arbeit gespart, was die Leitungen betrifft. Ach nein, die geplante Ecke wird genutzt.

Anschluss und Einbau

Auf die Technik möchte ich gar nicht groß eingehen, die sie ein eigenes Thema füllen würde. Wie gesagt, wenn Interesse besteht, kann ich gerne mal ins Detail gehen.

Der Holzaufbau ist recht einfach und dient eher nur als Rahmen, damit die Kessel nicht auf dem Boden liegen. Nachdem ich auch meine ganzen Planungen zu den genutzten Kesselanschlüssen und der Positionierung der benötigten Anbauteile drei mal verwerfen musste, konnten die Kessel ins Gehäuse ziehen und die untere Verbindung gelötet werden. Die oberen Anschlüsse erwiesen sich als etwas komplizierter, da doch alles mächtig eng ist und ich genau überlegen musste, was ich wo anbringe. Es hat dann aber doch gepasst und die erste Freude erfolgte am nächsten Morgen, nachdem die gesamte Anlage über Nacht gerade mal 0,5 bar verloren hat. Damit kann ich leben und die Anlage konnte ihren Platz beziehen.

Leitungen verlegen und alles wieder einräumen

Kühlschrankkompressor

Passgenau und beansprucht keinen zusätzlichen Platz

Leitungen verlegen…. Geplant war mal eine 22er Kupferrohrleitung, um das Leitungsvolumen als zusätzlichen Speicher zu nutzen. Ich entschied mich aber doch für eine günstigere und vor allem schnellere Variante. Vom Hausbau blieben noch Kunststoffrohre (Wasserleitung), sowie die benötigten Verbinder und Anschlüsse übrig, die sich sehr gut eignen. Direkt am Kompressor sitzt ein T-Stück und je eine Leitung liegt nun links entlang und eine führt nach rechts. Die anschraubbaren Anschlüsse sitzen direkt unter der Arbeitsplatte. Ein Bild habe ich komischer Weise nicht gemacht, hole ich eventuell mal nach.

Nachdem der Kompressor nun seinen Platz bezogen hat, konnte der Schrank wieder davor, die Arbeitsplatte drauf und alles eingeräumt werden. Den Kompressor sieht man nun nicht mehr, ich kann aber problemlos den Hahn für das Kondenswasser erreichen und sollte ich Öl auffüllen müssen, nehme ich nur die Arbeitsplatte runter. Vorteil der Positionierung ist zusätzlich die noch weiter reduzierte „Lärmbelästigung“ des ohnehin kaum hörbaren Kompressors.

Warum der Kompressor in immer mehr Werkstätten einzieht und ich auch nicht mehr darauf verzichten möchte, erfahrt Ihr in einer kürzlich von mir erstellten Informationsseite zum Thema: Druckluft in der Werkstatt.

PS: Eigentlich wollte ich eine Blogrundschau schreiben und zusätzlich zeigen, was ich wieder mal gebaut habe. Ist nun doch etwas umfangreicher geworden und die Blogrundschau entfällt auf den nächsten Beitrag.

12 Gedanken zu „Mein Kühlschrankkompressor braucht mehr Speicher

  1. vonKarin

    Hallo Riccardo,
    nicht dass ich alles verstehen würde, aber dennoch hast du mich damit jetzt ziemlich beeindruckt ….
    Bist du vielleicht mit MacGyver verwandt?? 😉
    Was auf jeden Fall wieder rüberkommt ist, dass du mit sehr viel Köpfchen und Kreativität und unter Ausnutzung aller Gehirnwindungen an deine Projekte rangehst. Da macht das Mitlesen wirklich Spaß!
    Herzliche Grüße
    vonKarin

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    1. Riccardo DüringRiccardo Düring Beitragsautor

      Danke Karin,

      MacGyver halte ich für etwas übertrieben, seine „Projekte“ sind meist zu weit hergeholt. 🙂 Aber ansonsten mag ich solche Sachen wirklich. So einfach Dinge aus Holz zu bauen ist schon schön, besser aber noch, wenn sie zusätzlich irgendwelche Technik enthalten, die funktionieren muss. Ich mag es zu tüfteln, bis es funktioniert.

      Gruß Ricc

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    1. Riccardo DüringRiccardo Düring Beitragsautor

      Hallo Tobias,

      ich muss natürlich zugeben, dass die Idee nicht von mir ist. Ich habe es im Netz gesehen und musste es unbedingt nachbauen. Dadurch ergeben sich aber natürlich auch eigene Ideen.

      Gruß Ricc

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  2. Jürgen H.

    Hallo Riccardo,

    mein vollster Respekt – finde solche Ideen auch immer sehr beeindruckend. Selbst könnte ich sowas sicher nicht machen. Habe einen ähnlichen Kompressor einer anderen Marke auch in rot :-). Nutze diesen aber nur zum Aufpumpen meiner Autoreifen und gelegentlich der Fahrradreifen unserer Kinder. Freue mich auf weitere Artikel und Ideen von dir!

    Herzliche Grüße!

    Jürgen H.

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  3. Micha

    Hut ab! Total verlockend; aber ich trau mich da nicht ran. Ich hätte nicht gedacht, das man damit so einen respektablen Druck erzeugen kann.

    Antworten
  4. Tobias Gabel

    Hallo Riccardo,

    Megageile Idee! Finde ich echt klasse, dass du hier immer so tolle Artikel auch mit uns teilst. Verfolge deinen Blog schon seit geraumer Zeit, sind immer wieder spannende Artikel dabei. Die Idee mit dem Kühlschrankkompressor ist genial!!

    Interessiert mich deshalb, da ich selbst eine Seite mit (Druckluft-)Kompressoren betreibe und ich hier auch immer wieder neue Anregungen gerne „aufschnappe“.

    Vielen Dank

    Tobias

    Antworten
  5. Miho

    Also ich habe mir gerade überlegt wie der Thermostatschalter
    im Kühlschrank funktionieren könnte, d.h. wenn die Temperatur im
    Kühlschrank einen voreingestellten Wert übersteigt, wird über ein Bimetall der Schalter ausgelöst, der Stromkreis geschlossen
    und der Kopressor beginnt zu arbeiten, bis die voreingestellte
    Temperatur erreicht ist.

    Wenn der Thermostat vom Kühlschrank noch vorhanden ist
    könnte man ihn öffnen um dessen Belegung,und die Funktion des Schaltkontaktes zu sehen.

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