Pflanzkübel selber bauen – Douglasien-Pflanzkübel

Pflanzkübel aus Douglasie selber bauen

Hallo Leser des Heimwerker-Blogs. Heute möchte ich mal wieder einen eigenen einfachen aber kreativen Bau von mir vorstellen. Ehe die Bauanleitung folgt, muss ich jedoch etwas ausschweifen und möchte erzählen, wie es zum Bau der Pflanzkübel gekommen ist. Zur Vorgeschichte gehört nämlich noch ein selbst gebauetes Hochbeet, zu dem ich leider keine Bilder gemacht habe.

selbst gebautes Hochbeet

Mein selbst gebautes Hochbeet aus Douglasien-Holz.

Alles begann – wie sollte es auch anders sein – mit einem Baumarkt-Besuch, bei dem mich meine Frau begleitete. Dabei entdeckte sie ein Hochbeet zum Selbstaufbau. Dieses Bestand aus Douglasien-Holz und war etwa 1 m mal 0,5 m bei einer Höhe von 80 cm. Die Frage, ob es tatsächlich gefällt, erledigte sich beim Kaufpreis von etwa 200 €. „Schatz, das kann ich bestimmt günstiger. Lass uns mal nach den Terrassendielen sehen.“ Wie es der Zufall will, kosten die gerade nur 2 € pro Meter und waren noch um einiges stabiler, als die vom fertigen Hochbeet für 200 €. Kurz überschlagen, was ich alles brauche, was ich an eigenen Hölzern und Winkeln nutzen kann und rechts seht Ihr das Ergebnis, welches selbst gebaut nur 100 € gekostet hat. Der Baumarkt ist also eine super Inspiration.

Aber nun zum eigentlichen Thema, meine Blumenkästen. Sie sind entstanden, weil meiner Frau das Holz Douglasie sehr gut gefällt, der Preis aktuell angenehm ist und weil sie natürlich viel zu wenig Platz für ihre Pflanzen hat.

Planung der selbst gebauten Pflanzkübel aus Douglasie

Die Idee meiner Frau waren Pflanzkübel, die wie das Hochbeet aufgebaut sind, aber eben um einiges kleiner, sodass der Platz frei gewählt und jeder Zeit geändert werden kann. Mein Vorschlag: Mörtelfässer! „Die runden schwarzen Dinger? Wie soll das aussehen?“ Nein, natürlich nicht die runden, Mörtelfässer gibt es auch eckig in verschiedenen Größen, sie sind sehr stabil, verrotten nicht und vor allem sind sie extrem günstig zu haben. Ein Blumentopf in denselben Maßen würde weit mehr als das doppelte kosten.

Wir haben uns also zwei Mörtelfässer ausgesucht, die eine passende Größe besaßen und so langsam konnte sich auch meine Frau vorstellen, was ich geplant hatte.

  • Mörtelfass (Probau – Bauhaus)
    • Fassungsvermögen: 65 Liter
    • Maße: 42 cm x 74 cm x 31 cm (Breite x Länge x Höhe)
    • Preis: 5,25 € (10,50 €für zwei Fässer)

Dazu benötigten wir noch die entsprechenden Terrassendielen aus Douglasie. Diese gab es in verschiedenen Längen von 1 m, 2m und 3m. Nach einem schnellen Überschlag habe ich 10 Dielen zu 2 m mitgenommen. Da der Preis bei allen Varianten gleich war und ich sicher auch noch anderes aus dem Holz bauen werde, habe ich keine genaue Schnittaufteilung geplant und ein Maß genommen, welches sich gut im Auto verstauen lässt.

  • Douglasie Terrassendielen (Bauhaus)
    • Maße: 2 m x 12 cm x 2,8 cm
    • Preis: 1,95 € pro Meter (20 x 1,95 € = 39 € für zwei Blumenkästen)

Letztendlich hat sich herausgestellt, dass ich mit 9 Terrassendielen gereicht hätte, aber gut, bei insgesamt 50 € für zwei große und sehr stabile Blumenkästen aus Douglasie, kann man sich die 4 € für die eine Diele schenken.

Maßnehmen und Zuschnitt der Terrassendielen

Das Mörtelfass sollte später innen liegen und der Rand nicht auf dem Holz aufliegen. Hierfür muss man zwar das Fass im Inneren später abstützen, was zusätzliche Arbeit bedeutet, dafür sieht es aber deutlich besser aus.

Zum Ausmessen werden die Außenkanten des Fasses gemessen und für etwas Spielraum 3 – 4 mm dazu gegeben. Zusätzlich muss beachtet werden, dass die zwei langen Seiten die Stirnseiten der Kurzen Bretter abdecken müssen. Hier wird also 2 x die Brettstärke dazu gegeben.

Ausgehend von den angegebenen Maßen des Mörtelfasses (kann etwas abweichen und sollte individuell gemessen werden) benötigen wir also die Längen 80 cm (74 cm + 2x 2,8 cm + 4 mm) und 42,4 cm (42 cm + 4 mm).

Pflanzkübel aus Douglasie selber bauen

Der Zuschnitt fällt recht einfach aus.

Mit einer Breite (hier als Höhe genutzt) von 12 cm, setzen wir drei Dielen übereinander und kommen so mit 36 cm etwas über die Mörtelfass-Höhe von 31 cm.

  • Zuschnitt Terrasendielen:
    • 6 x 80 cm
    • 6 x 42,4 cm

Das spätere direkte Verschrauben der Dielen untereinander wäre bei einer Stärke von knapp 3 cm zwar auch möglich, aber es würde eine Verbindung der Dielen übereinander fehlen. Daher setzen wir in die Ecken und auf die Hälfte der langen Seiten zusätzlich Dachlatten, an denen wir später die Dielen befestigen.

Als Maß für den Zuschnitt nehmen wir die drei Dielen übereinander mit 36 cm an. Da der Rand des Mörtelfasses ebenfalls Platz beansprucht, könnten die Latten auch kürzer geschnitten werden. Aber dazu kommen wir später.

  • Zuschnitt Dachlatten:
    • 12 x 36 cm

Griffe am Mörtelfass entfernen

Echte Giffe besitzen solche Mörtelfässer nicht, jedoch sind leichte Verstärkungen angebracht, die etwas über den Rand stehen. Wer sich daran nicht stört kann diese so belassen, muss aber damit leben, dass sich der Rand später etwas verformt. Ich entschied mich dazu, die Griffe zu entfernen.

Im ersten Versuch habe ich hierfür eine Latte in der Höhe des Bundes davor gelegt und versucht, mit dem Cutter-Messer den Überstand abzuschneiden. Das war ziemlich mühsam und wenig effektiv. Also das Multifunktionswerkzeug und die Griffe bündig auf der Holzlatte abgesägt. Das ging zügig und der Rand sah rundherum nun einheitlich aus.

Bohrungen zum Verschrauben des Pflanzkübels

Ehe wir uns dem Zusammenbau widmen, müssen die Schraubenlöcher vorgebohrt werden. So wird vermieden, dass das Holz platzt.

Zum Maßnehmen stellen wir das Mörtelfass mit der Öffnung nach unten auf die Werkbank und stapeln eine Ecke mit den Dielen auf. Anschließend wird eine zugesägte Dachlatte in die Ecke gestellt. Diese ist so lang, wie die drei Terrassendielen übereinander, steht unten aber auf dem Bund vom Fass auf. Dadurch ragt die Dachlatte etwas heraus und bildet später Füße, die den Pflanzkübel etwas vom Boden abheben.

Jetzt ein Punkt, der mir sehr viel Freude bereitet hat: Ich habe die Tischbohrmaschine mit Anschläge eingerichtet und meine Frau hat die Löcher gebohrt. Die Tatsache ist sicher nichts besonderes, dabei bemerkte sie jedoch, wie wichtig gutes Werkzeug ist. „Das macht sich ja super. Mit anzeichnen und Akku-Bohrer hätte ich fünf mal so lange gebraucht.“ Das geht runter wie Öl und die nächste Diskussion zum Werkzeugkauf fällt sicher um einiges leichter.

Aber zurück zum Bau der Pflanzkübel. Beim Bohren der Dielen muss nämlich darauf geachtet werden, dass die Bohrungen zwischen den kurzen und langen Brettern in der Höhe etwas versetzt angebracht werden. Ansonsten läuft man Gefahr, dass sich die Schrauben später in der Dachlatte treffen und verkanten.

Zusammenbau des Pflanzkübels

Nun können wir mit dem Zusammenbau beginnen, wozu wir wieder das Mörtelfass auf den Kopf stellen und somit die Befestigungsposition der ersten Dachlatte bestimmen. Kurz fixieren und die erste Schraube kann eingedreht werden.

Bei der nächsten Schraube und vor allem auch bei der zweiten Seite, immer genau prüfen, dass alles im Winkel steht. Später lässt sich nichts mehr korrigieren.

Ähnlich und vor allem wieder mit einem Winkel werden anschließend die langen Bretter angeschraubt. Hierzu ruhig mal alle drei Dielen aufstapeln und gegebenenfalls kleine Unterschiede im Zuschnitt vermitteln. Das Holz arbeitet im Freien später eh und kleine Überstände fallen kaum auf.

Zusätzliche Stützen (Füße) un den Pflanzkübel bauen

Damit unser Pflanzkübel später auch die Last der Erde trägt, benötigt er an den langen Seiten zusätzliche Füße, die wir jetzt anbringen.

Dazu stellen wir der Kübel auf die Füße und können die zusätzlichen Füße direkt auf die Werkbank stellen. Nun noch mittig und im Winkel ausrichten und schon können auch sie angeschraubt werden.

Da an den mittleren Füßen später auch die Halterung für das Mörtelfass mit Erde befestigt werden, darf die untere Verschraubung ruhig etwas massiver ausfallen. Alternativ finden sich aber eventuell auch Ziegelsteine oder etwas ähnliches, was später einfach unter das Mörtelfass gelegt wird. Die zusätzliche Stabilisierung darf also durchaus kreativ ausfallen.

Nach einer Behandlung mit Öl, Lasur oder was auch immer gewünscht ist, kann der Pflanzkübel bestückt werden. Aber nicht die Löcher im Boden des Mörtelfasses vergessen, damit sich keine Staunässe bildet.

Douglasien-Holz hält Einzug in unserem Garten

Meiner Frau gefällt Douglasie und es werden sicher noch weitere Projekte folgen. Drei sind es inzwischen bereits geworden und mal sehen, was mir noch so einfällt.


Bildquellen:
alle Bilder: Riccardo Düring

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