Restverwertung in der Küche – Holzkiste bauen

Holzkiste bauen
Riccardo Düring

Ricc – ich blogge für Euch

Nein, ich fange natürlich nicht an über Kochrezepte zu schreiben. Es geht heute um Restholz, welches einen sinnvollen Einsatz in der Küche gefunden hat.

Dabei geht es eigentlich nur um einfache Kisten, die allerdings für deutlich mehr Ordnung sorgen. Im Spülenschrank liegen immer unsere Kartoffeln – sind nicht viel, da wir keine großen Kartoffelesser sind. Nun kullern da hin und wieder mal welche aus dem Netz, der Schmutz bröselt ebenso raus… Kurz, das gefällt mir nicht. Klar hätte man da nun irgendeinen fertigen Karton oder sonst was nehmen können, aber wo bleibt dann mein Spaß? Schließlich müssen die Leimholzreste in meiner Werkstatt auch mal weniger werden. Nebenbei schaffe ich gleich noch mehr Ordnung indem ich zwei Kisten baue und die ganzen Vorratsabwaschlappen, Schwämme, Schmutzradierer…. und was Frau noch so unbedingt haben muss (ist wie bei Schuhen) ebenso einen Platz finden.

Holzkisten für mehr Ordnung im Schrank

Maße und Zuschnitt

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Zuschnitt

Die Maßaufteilung war recht einfach. Maximale Höhe, Breite, Tiefe und dann abgleichen, was so in der Werkstatt noch zu haben ist. Gerne hätte ich die maximale Höhe ausgenutzt und die Rollen versenkt, da aber hauptsächlich nur noch Holz mit 20cm rum lag, glich ich damit die Höhe an und werde die Rollen einfach drunter setzen. Nicht schön, aber in dem Fall einfach praktisch.

Ebenso unschön aber praktisch ist der geplante Aufbau der Kisten. Eigentlich setze ich vorn ein Brett über die gesamte Höhe und Breite um eine schönere Optik zu erzielen, da diese aber in diesem Fall keine Rolle spielt und ich so nicht auf die nötige Breite gekommen wäre, sitzt das vordere und hintere Brett zwischen den Seitenteilen.

Nicht wundern, dass einige Bretter grün sind. Als Bosch-Fan sah meine Werkstatt mal passend aus und die alten Regalbretter mussten einem Umbau weichen. Man muss halt Prioritäten setzen.

Grifflöcher bohren

Natürlich sollen sich die Kisten leicht heraus ziehen und auch tragen lassen. Dafür nutze ich gerne Grifflöcher, welche einfach herzustellen sind. Ausgearbeitet werden sie recht schnell und die Hilfsmittel halten sich in Grenzen: Lochsäge, Stichsäge und Oberfräse.

Wichtig ist natürlich die Größe der Löcher. Dazu nimmt man einfach ein Zollstock oder ähnliches und misst die Breite der Hand – meine ist knapp 10cm – und hat bereits das erste Maß. Bei der Höhe kann man ruhig etwas großzügiger sein und ich habe einfach ein paar Lochsägen daneben gehalten. Gelandet bin ich dann bei etwa 30 mm. Die beiden Lochausschnitte müssen als 70 mm auseinander liegen. Diese habe ich auf der Tischbohrmaschine mit Anschlag auf Umschlag jeweils bis zu Hälfte gebohrt. Also je einen Anschlag nach oben zum Rand und einen nach links. Gebohrt wird dann erst die eine Seite, dann das Brett gedreht und die zweite Seite gebohrt. Sind so alle vier Bretter vorbereitet, kann der seitliche Anschlag weg und die Löcher von der zweiten Seite durchgebohrt werden. Ricc’s Tipp: Nur so tief bohren, bis der Kern raus ist. Je tiefer man dann noch geht, um so tiefer drückt sich der Ausschnitt in die Lochsäge und die dann aus der heißen Lochsäge zu fummeln macht keinen Spaß.

Natürlich könnte man auch einen Forstnerbohrer nutzen, nur für solche einfachen Arbeiten nutze ich lieber das günstige Werkzeug und schone das andere.

Grifflöcher ausformen

Der zweite Schritt ist ebenso einfach. Dazu werden die Radien der Bohrungen mit einer Tangente verbunden und hinterher mit der Stichsäge ausgeschnitten. Da die Kontur später noch verrundet und manuell ordentlich beschliffen wird, ist es nicht so wild, wenn der Ausschnitt nicht ganz exakt wird.

Damit sind wir schon beim Fräsen. Bevor der Rand allerdings verrundet werden kann, muss natürlich der kleine Absatz beseitigt werden, der durch das Aussägen von zwei Seiten entstanden ist. Dazu wird die Kontur einfach von beiden Seiten mit einem Bündigfräser umfahren. Das hat den Vorteil, dass auch schräge Schnitte, welche gerne bei alten Stichsägen entstehen, begradigt werden. Aber nun kann verrundet werden. Natürlich nicht, ohne Ricc’s Tipp: Wollt Ihr von beiden Seiten verrunden, würde es natürlich toll aussehen, wenn da ein richtiger Halbkreis entsteht. Das funktioniert leider nicht (in diesem Fall). Wird von der ersten Seite ein Radius gefräst, der über die halbe Brettstärke geht, hat der Anlaufring des Fräser auf der zweiten Seite keine Anlagefläche mehr. Also immer einen Radienfräser verwenden, der kleiner als die halbe Brettstärke ist.

Schraubenlöcher bohren

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Schraubenlöcher bohren

Nun kommt der einfache Teil – die Schraubenlöcher müssen vorgebohrt werden. Sofern Schrauben Verwendung finden sollen. Nur Leim würde sicher auch halten und Dübel wären optimal. Für meine Zwecke wird es aber Leim und Schrauben. Das hat den Vorteil, dass der Leim gut hält, die Kisten aber nicht ewig verspannt werden müssen. Und wer mal versucht hat nur geleimte Flächen bündig aufeinander zu legen und zu verspannen, ohne  das etwas verrutscht, greift sicher auch gerne zu einer Hilfsschraube.

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Anschlag ausrichten

Genutzt habe ich zum Bohren wieder einen Anschlag und brauchte somit die Löcher nur an einem Brett anzuzeichen. Wichtig ist aber die exakte Ausrichtung zum Rand, damit die Schrauber später wirklich mittig in das Brett greift. Sicher geht das durch messen, einfacher ist es aber mit einem Stück Holz in der passenden Brettstärke. Wird dieses hochkant an den Anschlag gestellt, lässt sich sehr gut kontrollieren ob der Bohrer mittig sitzt. Ricc’s Tipp: Das Leimholz ist selten gerade und auch wenn Schrauben zum Einsatz kommen, helfen Schraubzwingen bei einem bündigen Anschluss. Aber immer erst wenigstens eine Schraube einsetzen. Durch den Leim verrutschen die Bretter sonst schnell.

Schleifen und Zusammenbau

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fertig geleimt und geschraubt

Na, Fehler gefunden? Natürlich habe ich die Seiten der Bretter, welcher später innen liegen, bereits kurz nach dem Zuschnitt geschliffen. Nach dem Zusammenbau wird das verdammt schwierig. 😉

Ist nun alles verschraubt und sind die Innenseiten bereits geschliffen, können die Kisten von Außen beschliffen werden. Da ich einiges an Farbe zu entfernen hatte, habe ich mit 80er angefangen und bin dann über 160er zu 240er gegangen. Abschließend wurden alle Kanten noch auf dem Frästisch verrundet und die Grifflöcher manuell nachgeschliffen. Meine Frage nach einer Oberflächenbehandlung verneinte meine Frau und so bleiben die Kisten unbehandelt. Bei meinen Kinderzimmer-Möbeln habe ich damit auch recht gute Erfahrungen gemacht.

Zwar sind eigentlich noch Rollen geplant, aber meine Frau meinte auch in diesem Punkt, dass das nicht sein muss. Da bin ich also noch unschlüssig.

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fertig zum Einsatz

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