Trend Familienbett: Vor- und Nachteile, Tipps

Familienbett

Das Familienbett ist im Trend und wird kontrovers diskutiert. Tatsächlich haben Eltern besonders während des Stillens den Vorteil, nicht ständig aufstehen zu müssen. Gleichzeitig bestehen bei vielen Ängste, dem Säugling schaden zu können.

Zustellbett für Säuglinge
Ein Säugling ist am besten in einem Schlafsack-Schlafanzug ohne Decke und Kissen aufgehoben.

Tatsächlich gibt es einige Faktoren, die für einen Säugling im Elternbett gefährlich werden können wie etwa ein Wasserbett, zu weiche Matratzen, Kissen und Decken, ein rauchender Elternteil, Eltern die Alkohol, Drogen oder Medikamente zu sich nehmen.

Alternativen zu einem Familienbett sind sogenannte Babybalkone, Beistellbetten oder Nestchen. Bei allen wird für den Säugling ein eigener kleiner Schlafbereich unmittelbar neben den Eltern  im oder am Familienbett geschaffen.

Familienbett – ja oder nein?

Mit diesem Thema beschäftigen sich viele junge Eltern, aber auch Wissenschaftler und Medien. Die Diskussionen werden teils leidenschaftlich geführt und es formieren sich Lager von Befürwortern und Gegnern. Das Thema ruft tatsächlich viele Emotionen auf den Plan und gleichzeitig kursieren neben guten Argumenten auf beiden Seiten auch einige Fehlinformationen.

Letztlich muss jedes Paar seine eigene Entscheidung treffen. In diesem Beitrag informieren wir Sie über Pro und Contra sowie über Möglichkeiten ein Familienbett oder temporäre Alternativen einzurichten. Im Zweifel sollten Sie immer Ihrem eigenen Instinkt vertrauen.

Draußen rauchen reicht nicht: Auch, wer nur draußen raucht, trägt viele der rund 200 gesundheitsschädlichen Stoffe in der Kleidung, auf der Haut und den Haaren in die Wohnung. Deshalb ist ein rauchender Elternteil ein Ausschlusskriterium für ein Familienbett oder ein Babybett im Elternschlafzimmer.

Mögliche Risiken

Wenn Sie über ein Familienbett nachdenken, dann sollten objektive Risiken gleich zu Beginn ausgeschlossen werden. Um diese Risiken geht es in der Regel auch, wenn Zusammenhänge zwischen plötzlichem Kindstod und dem Schlafplatz des Babys hergestellt werden.

Familienbett Elternbett
Das Elternbett ist nie zu klein als Familienbett – auch nicht für das sonntagmorgendliche Kuscheln.
  • Wer raucht, Alkohol, Drogen oder starke Medikamente zu sich nimmt, darf auf keinen Fall das Bett mit einem Säugling teilen.
  • Bettritzen, Kissen, Decken und Kuscheltiere stellen Gefahren für einen Säugling dar. Es kann zu Überhitzung, Atemnot u. ä. kommen. Von daher sollte das Baby nur in einem Schlafsack auf einer eher harten Matratze liegen. Kissen und Decken sind im ersten Lebensjahr überhaupt nicht zu empfehlen.
  • Wasserbetten und weiche Matratzen bergen ebenfalls Gefahren, denen ein Baby nicht ausgesetzt werden sollte. Es kann einfach zu leicht in die Vertiefung eines Erwachsenen rollen und dort überhitzt werden oder schlecht atmen können.
  • Wenn das Baby außen schläft, ist eine Absturzsicherung notwendig.

Tipp: Viele sind verunsichert, weil behauptet wird, dass die Babys, die bei den Eltern schlafen dürfen zu sehr verwöhnt werden. Das ist allerdings eher ein Ammenmärchen, das durch keine Studie unterstützt wird. Es schadet nicht, wenn das natürliche Bedürfnis nach Nähe gestillt wird. Vielmehr weinen diese Babys weniger und schlafen mehr.

Vor- und Nachteile eine Familienbettes

Abgesehen von den vorgenannten Risikofaktoren gibt es viele Vorteile und einige Nachteile eines Familienbettes.

VorteileNachteile
  • Beim Stillen müssen Mutter und Kind nicht aufstehen und schlafen schneller wieder ein. Beide bekommen mehr Schlaf.
  • Kinder die bei Ihren Eltern schlafen, werden länger gestillt und länger gestillte Babys werden intelligentere Kinder laut einer umfassenden Studie der brasilianischen Universidade Federal de Pelotas. Allerdings ist dieser Unterschied mit 18 Jahren nicht mehr feststellbar.
  • Im Familienbett schlafen die Kinder ruhiger und länger, weil der Geruch und die Atemgeräusche der Eltern sie beruhigen.
  • Auch Elternteile, die weniger zuhause sein können, haben die Gelegenheit zu mehr Nähe.
  • Im Schlaf bei den Eltern zu sein, entspricht dem instinktiven Bedürfnis von Kindern nach Sicherheit.
  • Das Elternbett ist nicht mehr der ideale Ort für Ihr Sexualleben (aber alle anderen Räume).
  • Auch gemütlich im Bett zu lesen, reden, telefonieren usw. entfällt – das Bett dient nur noch dem Schlafen und familiären Kuscheln.
  • Aus Platzgründen muss oft ein größeres Bett gebaut oder angeschafft werden.
  • Wer krank ist oder doch mal Alkohol getrunken hat, muß auf die Couch verbannt.
  • In manchen Fällen stören lebhafte Bewegungen der Kinder den Schlaf der Erwachsenen.

Lassen Sie sich nicht beirren

Zum Thema Familienbetten gibt es kaum neutrale Berichte. Wer sich für ein Familienbett entscheidet ist für manche ein sozialromantischer Spinner, der aus seinen Kinder abhängige, verweichlichte Wesen macht. Die sich dagegen entscheiden, stehen für andere als Rabeneltern da, die ihren Kindern Bindung und Geborgenheit verweigern ohne die sie sich nicht gut entwickeln können.

Niemand sollte ein schlechtes Gewissen haben, wenn er oder sie sich für oder gegen ein Familienbett entscheidet. Ganz gleich aus welchem Grund. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Eltern ihren Kindern Nähe vermitteln und Sicherheit geben können. Einschlafrituale und Kuschelzeiten sowie ein liebevoller, souveräner Umgang miteinander gehören beispielsweise dazu – mit oder ohne Familienbett.

Tipp: Anders als früher wird für Babies heute nur noch die Rückenlage empfohlen. In der Bauchlage kommen Atemprobleme häufiger vor.

Ein Familienbett kaufen oder bauen?

Ein Familienbett muss ausreichend groß sein, damit alle erholsam schlafen können. Eine relativ einfache und nachhaltige Lösung besteht darin, einfach ein Bett in gleicher Höhe neben das vorhandene Elternbett zu stellen.

Familienbett selber bauen
Bauen Sie Ihr Familienbett selber – wichtiger als alles andere sind gute, feste Matratzen.

Hat das Bett ein Fußteil und steht eine Seite an der Wand, ist das Kind bereits vorm Abstürzen geschützt. Eine Brücke um den Spalt zwischen den Matratzen und zur Wand abzudecken ist das einzige, was Sie zusätzlich brauchen.

Besteht die Gefahr, dass die Betten auseinanderrutschen, sollten sie unbedingt fixiert werden. Manchmal reicht dazu schon jeweils ein kleiner Spanngurt an den Füßen des Bettgestells aus. Oft lassen sich die Bettrahmen auch unauffällig verschrauben.

Das zusätzliche Einzelbett kann später, wenn die Kinder im eigenen Zimmer schlafen, in das Kinderzimmer umziehen.Wird noch mehr Platz gebraucht, ist das gleiche mit zwei größeren Betten oder zwei zusätzlichen Einzelbetten möglich – vorausgesetzt, das Schlafzimmer bietet genug Platz.
Sind ohnehin ein neues Bett und/oder neue Matratzen fällig, so ist der Handel bereits darauf eingestellt. Das Familienbett bauen Sie aber als Heimwerker auch problemlos selbst oder Sie schrauben es aus einfachen Bettgestellen zusamen. Wer es lieber lackiert als natur mag, streicht das Familienbett weiß oder bunt – ganz nach dem persönlichen Geschmack.

Tipps zu Matratzen & Co fürs Familienbett

  1. Suchen Sie sich Matratzen aus, die nicht zu weich sind. Insbesondere in dem Bereich, der für einen Säugling oder ein Kleinkind vorgesehen ist. Ein Topper schont zwar die Matratze, darf aber nicht zu hoch und zu weich sein. Achten Sie darauf, dass Matratze oder Topper nicht zu warm werden.
  2. Eine atmungsaktive aber wasserundurchlässige Unterlage unter dem Topper oder dem Laken schützt die Matratze vor größeren oder kleineren Malheuren.
  3. Es dürfen keine Spalte zwischen den Matratzen bleiben, da auch diese eine Gefahr für einen Säugling darstellen. Es gibt Matratzenbrücken, die diese Lücken zuverlässig schließen.
  4. Häufig werden Absturzsicherungen zwischen Matratze und Bettgestell gesteckt. Sorgen Sie dafür, dass die Matratze dabei durch scharfe Kanten oder Ecken keinen Schaden nimmt.
  5. Regelmäßiges Lüften und die Pflege der Matratzen sorgen für ein gutes Schlafklima.
  6. Verwenden Sie natürliche Materialien, die frei von unangenehmen oder sogar ungesunden Ausdünstungen sind.

Alternativen zum Familienbett

Zustellbett Babybalkon
Eine Alternative für die erste Zeit ist ein Babybalkon oder Zustellbettchen – offen zum Elternbett.

Wer sich besonders für die ersten Monate mit einem eigenen Schlafplatz für das Baby wohler fühlt, kann erstmal ein Babybalkon oder ein Beistellbettchen nehmen. Sie haben zum einen den Vorteil zum Stillen nicht aus dem Bett zu müssen. Zum anderen können Sie sich mit einer Entscheidung für oder gegen ein Familienbett noch Zeit lassen.

Ist das Elternbett groß genug können Babys die ersten Monate auch in einem guten Nestchen zwischen den Eltern schlafen, wenn sonst nichts dagegeben spricht und die Eltern eher ruhig schlafen. Ein solches Nestchen gibt dem Säugling einen Rahmen den er noch nicht überwinden kann. So kann ist er vor Kissen und Decken etwas geschützt.

Sonstige Ausstattung

Wichtig ist die richtige Beleuchtung. Jeder sollte sicher zur Toilette oder zurück ins Bett finden – auch mit einem Säugling auf dem Arm. Dennoch sollte der Rest der Familie nicht durch helles Licht geweckt werden. Nachtlichter mit Bewegungsmeldern erfüllen diese Anforderungen.

Der Wickeltisch sollte nicht im Familienschlafraum stehen. Er findet besser im Kinderzimmer oder Bad einen Platz, wo die Eltern im Notfall für die anderen störungsfrei wickeln können.

Ein Raum in dem eine ganze Familie schläft braucht eine gute Belüftung ohne Zugluft. Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit mit einem Hydrometer und passen Sie Ihr Lüftungsverhalten an.

Häufige Fragen (FAQ)

  • Familienbett – Boxspringbett? Es spricht nichts gegen ein Boxspringbett als Familienbett, solange die Matratze fest genug ist. Das Baby darf weder einsinken noch zu einem anderen Körper rollen, weil dieser zu sehr einsinkt.
  • Familienbett – Erfahrungen? Im Internet gibt es zahlreiche Erfahrungsberichte. Davon können Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung profitieren. Nehmen Sie sich etwas Zeit und lesen Sie, welche Erfahrungen andere junge Familien gemacht haben.
  • Familienbett – bis zu welchem Alter? Dafür gibt es keine Generalformel. Es hängt von Ihren und den Bedürfnissen Ihrer Kinder ab. In der Regel wollen die Kinder mit der Zeit selbst eigenständiger werden. Achten Sie auf die natürlichen Autonomiebestrebungen Ihrer Kinder und unterstützen Sie sie.
  • Familienbett – Psychologie? Tatsächlich gibt es Studien mit verschiedenen Tendenzen. Allerdings scheint langfristig kein signifikanter Unterschied feststellbar sein. Das legt nahe, dass die Entscheidung für oder gegen ein Familienbett ganz den eigenen Bedürfnissen entsprechend getroffen werden sollte.
  • Familienbett 300×200 cm? Familienbett 270×200? Ikea-Hack oder Maßanfertigung – Familienbetten gibt es in vielen verschieden Breiten. Allerdings sollten Sie daran denken, dass die finale Größe am besten mit Standard-Matratzen-Maßen erreicht werden sollte.

Bildquellen: Shutterstock/photographee.eu, Shutterstock/About Life, Shutterstock/Le Manna, Shutterstock/Olena Yakobchuk, Shutterstock/Andrew Angelov, Shutterstock/peterschreiber-media, Shutterstock/Ekaterina Pokrovsky

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spamschutz, bitte vervollständigen Sie die Rechenaufgabe: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.