Twercs Kreativ-Kit – Ich baue nach Anleitung

twercs kreativ-kit
Riccardo Düring

Ricc – ich blogge für Euch

Ich behaupte mal, dass ich kreativ bin. Zumindest, wenn es das Heimwerken betrifft. Beim dekorativen Dekorieren halte ich mich lieber zurück. Selbiges erwarte ich von meiner Frau, die dafür vollstes Verständnis hat. Aber zurück zum Thema:

Im Zuge meines Tests der Vorwerk-Zwerge (Twercs genannt), durfte ich auch ein Kreativ-Kit testen. Speziell handelt es sich um das Kreativ-Kit Hocker-Set Platzwunder. Gleich vorweg muss ich erwähnen, dass sich die Bezeichnung „Platzwunder“ weder aus dem Artikelangebot, noch aus der Beschreibung erschließt. Da ich aber kreativ bin, habe ich natürlich zwei Möglichkeiten gefunden, wie sich die Hocker kombinieren lassen und somit nur noch so viel Platz in Anspruch nehmen, wie der größere Hocker alleine. Also, liebes Twercs-Team, hier dürft Ihr gerne Eure Anleitung oder das Angebot um ein Bild dazu erweitern. Aber nun zum Bau.

Die Verpackung ist kein Platzwunder

Beim Testbericht zum Twercs Koffer hatte ich etwas bemängelt, dass einiges mit mehr Material verpackt ist, als nötig. Das setzt sich leider auch beim Kreativ-Kit fort. Zwar glänzt der Inhalt wieder sehr aufgeräumt mit Liebe zum Detail, jedoch könnten die Styroporpolster zur Platzauffüllung entfernt oder zumindest deutlich reduziert werden. Sie dienen lediglich dazu den Hohlraum im Karton zu füllen und dieser könnte ohne deutlich kleiner sein. Aber packen wir erst mal aus, entsorgen die Verpackung und widmen uns den Einzelteilen. Enthalten sind neben einer bunten Bauanleitung alle benötigten Materialien, wie Holz, Schaumstoff, Stoff, Schmirgelpapier und Schrauben. Alles komplett und es wird absolut kein weiteres Zubehör benötigt. Als benötigtes Werkzeug sollen die Zwerge von Vorwerk reichen. Und auch wenn ich gewillt bin, mein vorhandenes zu verwenden, halte ich mich strikt an die Bauanleitung und den dort genannten Werkzeugen. Da bin ich tapfer.

Bohr- und Sägearbeit am ersten Hocker

Ich nehme mir also die Anleitung und soll mit einem Brett die Brettstärke an den Seitenteilen anzeichnen, um dann anschließend auf halber Stärke die Bohrlöcher für die Verschraubung zu markieren. Man nehme ein Stahlmaß, und zeichne die halbe Brettstärke (18 / 2 = 9) an. Ja, ich gebe zu, ich habe mich bereits das erste Mal nicht an die Anleitung gehalten und obendrein noch andere Hilfsmittel verwendet. Tut mir leid. Aus Fairness muss ich aber sagen, dass die Variante aus der Anleitung natürlich auch funktioniert.

Als nächstes werden der Ausschnitt und die Schraublöcher der Querstrebe nach Schablone angezeichnet. Das dürfte von jedem zu realisieren sein. Aber… Ich brauche eine Schere um die Schablone aus zuschneiden. 🙂 Es geht also nicht ganz ohne andere Hilfsmittel. Eine Schere sollte aber in jeder Werkstatt oder jedem Haushalt zu finden sein. Befinden sich Kinder im Haus, ist allerdings erst eine umfangreiche Suche angesagt.

Sind die Bretter mit der Twercs Stichsäge ausgeschnitten, können sie entgratet und ein wenig beschliffen werden. Da ich ja keine anderen Hilfsmittel benutzen wollte, verwende ich eins der ausgesägten Stücke als Schleifklotz. Macht sich ganz gut, nur zusätzliches feineres Schmirgelpapier hätte ich mir schon gewünscht.

Ein paar Schrauben und der Hocker bekommt eine Form

Twercs Kreativ-Kit Hocker-set Platzwunder

das Leimholz ist etwas geschwungen

Jetzt ist es so weit und ich komme ohne eigene Hilfsmittel wirklich nicht aus. Wer Leimholz kennt, der kennt auch die mitunter geschwungene Form . Klar, keine Absicht des Hersteller, das ist Design. 🙂 Da kann Vorwerk nichts dafür, das ist nun mal so bei Leimholz. Nun soll ich aber laut Anleitung die beiden Bretter mit der Twercs Heißklebepistole fixieren und anschließend verschrauben. Das wird schwer bei der geschwungenen Form und ich greife lieber zur Schraubzwinge. In diesem Fall leider nicht anders machbar, wenn es später ordentlich werden soll. Aber auch das überwinde ich und kann anschließend die Holzleiste passend einkürzen und einsetzen. Damit wäre der Hocker schon fast fertig.

Das Polster für zarte Gesäße

Twercs Kreativ-Kit Hocker-set Platzwunder

Die Sitzfläche wird gepostert

Ich schlankes Rehlein möchte natürlich weich sitzen und brauche daher ein Sitzpolster. Gut, dass Vorwerk daran gedacht und seinem Twercs Kreativ-Kit eines beigelegt hat. Qualitativ gefällt mir das ganz gut, denn der Schaumstoff ist recht stabil und sitzt sich trotz der geringen Dicke nicht durch.

Der Bau der Sitzfläche ist recht einfach und stellt kein großes Problem dar. Als erstes wird der Schaumstoff mit der Heißklebepistole auf dem Sperrholz fixiert und auf den beigelegten Stoff gelegt. Etwas ausrichten und dann den Stoff mit dem Twercs Akku-Tacker befestigen. Begonnen werden sollte immer an den geraden Seiten, damit sich der Stoff gleichmäßig ausrichten lässt. An den Ecken lassen sich Falten natürlich nicht vermeiden. Nur, wie die gestaltet werden, darf jeder für sich entscheiden. Daher möchte ich nur zwei Varianten in Bildern vorstellen. Ja, ich habe das schon einige Male gemacht und etwas Übung damit. 😉

Bei der ersten Variante (grün) Könnte man das gefaltete Stück (zweites Bild) eventuell auch gleichmäßig auf beide Seiten aufteilen. Das würde zwar ein schöneres Bild ergeben, dann würde aber nur eine Stoffschicht auf der spitzen Holzecke liegen, was schnell dazu führt, dass der Stoff reißt.

Hocker werden zum Platzwunder

Damit sind wir auch schon an dem Punkt angekommen, den uns Vorwerk verschweigt. Warum sind die Hocker ein Platzwunder?

Man kann sie kombinieren und auf einmal ergibt es auch einen Sinn, warum die Polster nicht auf dem Sitz befestigt werden. Dieses muss beim kleinen Hocker nämlich abgenommen werden, um ihn unter dem großen unterzubringen. Auf meinen Bildern seht Ihr zwei Varianten, wie sich die Hocker platzsparend stellen lassen. Eventuell gibt es sogar weitere.

Mein Eindruck vom Kreativ-Kit Hocker-Set Platzwunder

Hocker selber bauen

Meine selbst gebauten Hocker

Ein Fazit sollte es eigentlich gar nicht geben, denn ich wollte nur den Bau beschreiben. Ich weiß aber genau, dass hier einige eine Antwort auf eine ganz bestimmte Frage erwarten. Warum kostet das Kreativ-Kit so viel und ist es das wert. Ich kann es nicht eindeutig beantworten und vermutlich muss man hier wieder die erwartete Käufergruppe unterscheiden.

Wenn ich als Heimwerker Hocker bauen möchte, dann mache ich es, weil es mir um die Fähigkeiten geht, ich etwas erschaffen möchte und sicher auch, weil ich so viel günstiger an einzigartige Möbel komme. Daher kaufe ich mir Holz im Baumarkt, schneide ein Stück aus meinem Schaumstoffvorrat (nicht mehr benötigte Matratze) und wähle eine Farbe aus dem vorhandenen Kunstleder (kaufe immer gleich etwas mehr) aus. Die Ausschnitte würde ich nicht nach Schablone machen, sondern erst mit der Loch- und dann mit der Stichsäge. Die Holzverbindungen werden natürlich gedübelt.. Am Ende bin ich vermutlich schneller und auch deutlich günstiger. Nur entspreche ich höchstwahrscheinlich nicht dem gesuchten Kundenkreis.

Twercs Kreativ-Kit Hocker-set Platzwunder

Hocker aus dem Twerks Kreativ-Kit

Ein typischer Twercs-Kunde sieht in meinen Augen so aus (ich kann mich auch irren): Er ist eher Bastler als Heimwerker, möchte aber auch sagen können „Das habe ich gebaut.“ Die Kosten sind dabei nebensächlich, denn darum geht es ihm nicht. Er (oder wahrscheinlich sie) ist mit den handwerklichen Fähigkeiten noch nicht so weit, dass ein Hocker geplant und das Holz über die Tischkreissäge geschoben wird. Was macht dieser Mensch also? Er greift zu einem Kit, welches die vorbereiteten Teile enthält und kann dieses mit einer Hand voll Werkzeuge bauen. Es ist zwar kein Unikat, aber selbst gebaut. Genau dieser Kunde findet mit Twercs das passende Werkzeug und und mit dem Kreativ-Kit die richtigen Projekte. Vielleicht baut er sich durch alle Kreativ-Kits, vielleicht wird aus ihm auch ein Heimwerker, der sich seine Werkzeuge bald einzeln kauft, da er andere und gezielte Ansprüche hat. Man weiß es nicht, aber so lange wird er mit Twercs und dem Kreativ-Kit glücklich sein.

Ich bin eigentlich auch geneigt am Preis zu nörgeln, aber gerade hatten wir das Thema zu Akku-Werkzeugen und Werkzeugen-Familien. Dort bemängelten auch einige, dass die Akku-Werkzeuge nicht immer nötig und teurer als andere sind. Ich muss leider zustimmen. Dennoch konterte ich damit, dass ich die Werkzeuge so mag und bereit bin dafür mehr zu bezahlen. Das Konzept muss halt zum Kunden passen. Und so, wie die etwas teureren Akku-Werkzeuge aus der Power4All-Familie zu mir passen, passen die Kreativ-Kits sicher auch zu Kunden, die dafür mehr bezahlen. Man darf wahrscheinlich nicht alles immer nur am Preis messen.

Damit möchte ich mein Wort zum Donnerstag beenden. Ich hätte sicher einiges am Kreativ-Kit anders gemacht, aber mit den vorgefertigten Teilen und der Anleitung lässt es sich definitiv bauen. Wirklich bemängeln kann man daran nichts. Eventuell dürfte das Holz qualitativ etwas besser sein.

Gruß Ricc

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