Wahl zum Gartentier des Jahres 2011

Der Garten ist ein Refugium für Mensch und Tier. Hier lässt sich die Natur aus nächster Nähe erleben. Doch auch wer das Leben auf dem Balkon genießt oder sich beim Spazierengehen an Grünem und Blühendem erfreut, dem sollte bewusst sein: Es gibt im Tierreich viele fleißige Helfer, die zu dieser Pracht beitragen. Für manches Tier ist der Garten sogar das geeignete Lebensumfeld; wir Menschen sollten ihm das erhalten.

Heinz Sielmann

Heinz Sielmann

Deshalb hat die Heinz Sielmann Stiftung die Wahl zum Gartentier des Jahres ins Leben gerufen. Ab 15. Februar 2011 lädt sie alle großen und kleinen Naturfreunde ein, ihr Gartentier 2011 zu wählen. Im Internet auf der Website http://www.gartentierdesjahres.de/ können sie per Mausklick abstimmen. Sechs Tiere stehen zur Wahl: Buchfink, Eichhörnchen, Hornisse, Regenwurm, Star, Tagpfauenauge. Jedes von ihnen leistet einen wertvollen Beitrag im Garten oder findet gerade dort seinen Lebensraum, wie etwa die Hornisse oder das Tagpfauenauge. Andere dieser Nützlinge ernähren sich von Schadinsekten und halten sie so auf natürliche Weise im Zaum. Und manche helfen den Pflanzen bei der Vermehrung, indem sie ihre Samen verbreiten. Ein besonderer Helfer im Garten ist auch der Regenwurm: Unermüdlich wühlt er sich durch den Boden und sorgt dafür, dass aus Pflanzenresten wertvolle, nährstoffreiche Erde wird.

Wahl zum „Gartentier 2011“ – Die Kandidaten

Buchfink

Buchfink

Buchfink

Der Buchfink verdankt seinen Namen zum einen seiner Vorliebe für Bucheckern und zum anderen seinem charakteristischen Gesang, der wie „fink fink“ klingt. Neben diesem sogenannten Finkenschlag ist der Singvogel für seinen ebenfalls lautmalerischen „Regenruf“ bekannt. Charakteristisch für die Finken allgemein ist auch ihr Flugbild mit immer wieder sinkendem wellenartigem Verlauf. Das Gefieder des Männchens ist besonders prächtig: Scheitel und Nacken sind graublau, der Rücken ist kastanienbraun, die hintere Rückenpartie – der Bürzel – grün und die Flügelbinden weiß. Die hübsch anzusehenden männlichen Vögel bleiben oft allein, zumal sie auch hier überwintern, während die meisten Buchfinken-Weibchen in den warmen Süden ziehen. Buchfinken ernähren sich von Beeren, Samen aller Art, auch Insekten und Spinnen gehören zu ihrer Kost. Mit Insekten und deren Larven füttern sie vor allem ihre Nestlinge.

Eichhörnchen

Eichhörnchen

Eichhörnchen

Eichhörnchen, auch Eichkätzchen genannt, gehören zu den Nagetieren. Sie sind geschickte Kletterer – regelrechte Akrobaten im Garten. Ihr langer, buschiger Schwanz hilft ihnen beim Balancieren und Steuern der Sprünge von Ast zu Ast. Die tagaktiven Nagetiere halten keinen Winterschlaf, sondern ruhen in ihren kugelförmigen Nestern, den Kobeln. Alle paar Tage werden sie wach und versorgen sich mit Nahrung aus ihren vergrabenen Vorräten. Nüsse, die sie nicht wieder entdecken oder als Winterfutter nicht benötigen, können keimen und zu neuen Bäumen heranwachsen. Der Bestand der Europäischen Eichhörnchen wird durch die aus Nordamerika stammenden Grauhörnchen bedroht. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts u. a. in Großbritannien angesiedelt. Grauhörnchen übertragen den für Eichhörnchen tödlichen Parapoxvirus, sind aber selbst immun dagegen.

Hornisse

Hornisse

Hornisse

Hornissen stehen in Deutschland unter besonderem Schutz, allerdings nicht mehr auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten, da sich ihr Bestand erholt hat. Sie leben in einjährigen Staaten, die aus mehreren hundert Tieren bestehen. Die nachtaktiven Jäger ernähren ihre Brut mit Obstbaum- und Forstschädlingen. Ein Hornissenvolk kann bis zu 500 Gramm Insekten am Tag vertilgen. Die Königin der gelbschwarzen Insekten aus der Familie der Faltenwespen kann bis zu 40 Millimeter groß werden. Arbeiterinnen und Drohnen sind etwas kleiner und können bis zu einer Größe von 30 Millimetern heranwachsen. Ihre Nester bauen sie in natürlichen Baumhöhlen. Da diese selten geworden sind, nutzen sie gern künstliche Hohlräume wie Nistkästen oder Rollladenkästen. Die häufige Angst vor Hornissen ist unbegründet. Zum einen sind sie vorwiegend nachts aktiv, besuchen also kaum als ungewünschte Gäste den Frühstückstisch im Freien. Zum anderen sind sie weniger aggressiv als beispielweise Wespen und setzen ihre Stiche vorwiegend zur Verteidigung ein, wenn sie ihr Nest gefährdet sehen.

Wer ein Insektenhotel als Nisthilfe für Hornissen bauen möchtet findet hier die Bauanleitungen für Hornissen-Nisthilfen.

Regenwurm

Regenwurm

Regenwurm

Regenwürmer kommen nur selten an die Erdoberfläche. Meistens bewegen sie sich mit Hilfe kleiner Borsten und ihrer Ring- und Längsmuskulatur durch das Erdreich. Regenwürmer ernähren sich von pflanzlichen Abfällen und Substrat, die sie einige Zeit zuvor bereits in die Erde gezogen haben. Unablässig wiederholen die nachtaktiven Würmer diesen Prozess des Organisierens, Fressens und Verdauens und durchqueren dabei gründlich die Bodenschichten. Das macht sie so wichtig für die Auflockerung des Bodens, zumal der Verdauungsprozess der Würmer auch für den Boden nützliche Mikroorganismen fördert. So entsteht wertvoller Pflanzendünger mit einem hohen Nährstoffanteil – vielfach höher als der von Gartenerde. Regenwürmer sind Zwitter. Sie atmen durch die Haut und haben lediglich einen Tastsinn sowie lichtempfindliche Sinneszellen am Vorder- und Hinterende. Bis zu zehn Jahre alt und bis zu 30 Zentimeter lang können die zum Stamm der Ringelwürmer gehörenden Tiere werden. Der in unseren Gärten heimische Kompostwurm ist dabei mit 6 bis 13 Zentimetern Länge eher klein. Sein ebenfalls häufiger Verwandter, der Gemeine Regenwurm, erreicht diese stattliche Länge aber durchaus. Schadstoffeinträge in den Boden und die zunehmende Flächenversiegelung gefährden den Bestand dieser nützlichen Würmer, die wesentlich zur Bodenverbesserung beitragen.

Auf unseren Gartenseiten erfahren Sie mehr zum Thema „Regenwürmer im Garten„.

Star

Star

Star

Stare sind eine der weltweit häufigsten Vogelarten. Sie gehören zu den Sperlingsvögeln. Die kleinen Singvögel sind ausgesprochen talentierte Stimmenimitatoren und können Hühner, Möwen oder sogar das Klingeln von Mobilfunktelefonen nachahmen. Ihr Prachtkleid, das Gefieder, das sie zur Brutzeit tragen, glänzt metallisch in schwarzblau. Stare leben gerne im offenen Feld, im Bereich von Siedlungen. Sie bewegen sich das ganze Jahr über in großen Gruppen. Stare ernähren sich von Insekten und Früchten, manche sind Allesfresser. Wenn es kälter wird, sieht man oft riesige Schwärme in Richtung Süden ziehen. Doch nicht alle Vögel verlassen die heimischen Gefilde, ein Teil der Population überwintert in seinem Brutgebiet.

Tagpfauenauge

Tagpfauenauge

Tagpfauenauge

Tagpfauenaugen sind Schmetterlinge, sie gehören zu den Edelfaltern. Auffällig ist ihre wunderschöne Färbung. Auf kräftig rostrotem Grund leuchten an der vorderen und hinteren Flügelspitze schwarz, blau und gelb sogenannte Augenflecken. Neben aller Pracht bietet dies den Tieren klugen Schutz: Mit zusammengeklappten Flügeln sehen Tagpfauenaugen aus wie welke Blätter. Droht Gefahr, entfalten sie ruckartig ihre Flügel. Bei Fressfeinden soll so der Eindruck erweckt werden, sie sähen in die Augen eines größeren Tieres. Die langlebigen Schmetterlinge fliegen jährlich in zwei Generationen: von Juni bis August und von August bis Oktober. Sie ernähren sich hauptsächlich von Brennnesseln. Wer Tagpfauenaugen in den Garten locken möchte, sollte ruhig ein paar Brennnesseln stehen lassen. Zum Überwintern benötigen Tagpfauenaugen geschützte Räume, die leicht feucht sind.

Ab dem 15. Februar kann hier abgestimmt werden http://www.gartentierdesjahres.de/.

Die Heinz Sielmann Stiftung wurde 1994 von dem Tierfilmer und Naturforscher Heinz
Sielmann († 2006), vielen bekannt durch die Fernsehreihe „Expeditionen ins Tierreich“, und
seiner Frau Inge Sielmann gegründet. Sie verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke.

Bildnachweise:

  • Buchfink: iStock
  • Eichhörnchen: iStock/Frank Terstappen
  • Hornisse: piclease/E. Nerger
  • Regenwurm: iStock Star: iStock
  • Tagpfauenauge: iStock/Marc Guyt
  • Grünfink: piclease/E. Thielscher

Ein Gedanke zu „Wahl zum Gartentier des Jahres 2011

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Spamschutz, bitte vervollständigen Sie die Rechenaufgabe: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.